Dexter

Geschichte der Dexter-Rinder

Wüsste Mr. Dexter, seinerzeit Gutsinspektor der irischen Grafschaft Kerry, dass auch im 21. Jahrhundert noch Dexter-Rinder gezüchtet werden: er würde sich sicherlich freuen. Im Jahr 1840 kam Dexter auf die Idee, eine klein gewachsene Milchviehrasse mit ausgesuchten Bergrindern zu kreuzen. Das Dexter-Rind war geboren.

Schon bald traten die kleinen und robusten Rinder ihren Siegeszug über den Globus an und profitierten dabei vor allem von ihrer Genügsamkeit. Erst als die modernen, rein auf Höchstleistung gezüchteten Rinder auf den Markt kamen, ging die Nutzung der Dexter-Rinder zurück und in den 1970er Jahren wäre diese kleinste europäische Rinderrasse beinahe ausgestorben.

Dexter-Rinder in Brandenburg

Wir vom „Hof der Kleinen Tiere“ haben uns dieser seltenen Rinderrasse angenommen und züchten seit einigen Jahren unsere eigenen Dexter-Rinder. Während die Dexter-Rinder in den vergangenen Jahrhunderten noch als „Kuh der armen Leute“ galten, gilt das Fleisch heute als echte Delikatesse.

Ein weiterer Vorteil der Dexter-Rinder ist ihre enorme Widerstandsfähigkeit. Die Tiere können während des gesamten Jahres unter freiem Himmel leben und geben sich auch mit vergleichsweise kargen Böden zufrieden. Dazu kommt das geringe Gewicht, weswegen sich die Dexter bestens zur Landschaftspflege und für die Nutzung in Naturschutzgebieten anbieten. Echte Naturburschen eben.

Zur Haltung eines Dexter-Rindes

Dexter-Rinder benötigen einen wasserdurchlässigen Boden und einen befestigten Futter-und Tränkebereich. Dieser sollte regelmäßig verlegt werden, um einem Zertreten der Grasnarbe in den „kalten“ Monaten vorzubeugen.

Der Auslauf sollte idealerweise an der Südseite des Stalles angelegt werden, damit dieser schnell abtrocknet. Überhaupt sollten Dexter-Rinder vor übermäßiger Hitze und vor Dauerregen geschützt werden, weswegen die Einrichtung eines Unterstands unumgänglich ist. Als Faustregel gilt, dass auf einem Hektar Land maximal fünf Tiere gehalten werden können.

Dexter-Rinder: gute Ernährung = gutes Fleisch

Das Fleisch eines Rindes ist immer nur so gut wie seine Ernährung. Entsprechend achten wir penibel auf eine optimale Fütterung. Das beginnt damit, dass wir der Vorliebe der Dexter-Rinder für Böschungen und Wegränder Rechnung tragen. Das dortige Gras ist meist noch nicht weidereif und durch den erhöhten Eiweiß und Rohfasergehalt besteht die Gefahr von Durchfällen. Dem beugen wir vor, indem sowohl Heu und Stroh zugefüttert wird. Auch Klee sollte in großen Mengen vermieden werden, weil der hohe Eiweißgehalt ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen könnte.

Die Fütterung der Dexter-Rinder

Das Jahr einer Kuh besteht aus insgesamt drei Fütterungsphasen: der Galtphase, der Startphase sowie der Produktionsphase. In der Galtphase gibt die Kuh keine Milch und bereitet sich auf die Geburt eines neuen Kalbes vor. Um eine Überfettung des werdenden Muttertiers zu vermeiden, sollte die Fütterung nur zurückhaltend erfolgen. Zu fette Dexter-Kühe können Probleme beim Kalben haben und auch die Fruchtbarkeit ist beeinträchtigt. Hat die Kuh gekalbt, beginnt die so genannte Startphase. Diese dauert rund 100 Tage und erfordert eine Versorgung mit dem besten Futter. Der Grund liegt im Abbau von Körperfett nach der Geburt, was im schlimmsten Fall zu einer Ketose (Stoffwechselstörung) führen kann.

Schließlich die Produktionsphase, in der bei normaler Fütterung darauf geachtet werden sollte, dass die Kuh nicht zu fett wird. Im Allgemeinen werden Dexter-Rinder mit Weidegras gefüttert. Es ist jedoch oftmals vonnöten, Mineralstoffe und Viehsalz zuzufüttern. Die individuelle Zusammensetzung variiert je nach Gebiet, weswegen der Futtermittelhändler hinzugezogen werden sollte. Ergänzend sind Heu oder Stroh anzubieten und im Winter ernähren sich die Dexter-Rinder dann mit Heu und/oder Silage. Maissilage oder Zuckerrübenschnitzel. Als so genanntes Lockfutter können altes Brot oder Maisganzpflanzenwürfel zum Einsatz kommen, was den Umgang mit der Herde erheblich erleichtert. Auf spezielles Kraftfutter verzichten wir fast vollständig. Dies ist nur dann erforderlich, wenn einem Jungstier mehr Fleisch und Fett angefüttert werden soll.

Dexter-Rinder – Rindfleisch für Gourmets

Dexter-Rinder erreichen nach rund zehn bis 18 Monaten ihr Schlachtgewicht und bringen dann bis zu 250 Kilogramm auf die Waage. Unsere Bullen werden jedoch erst nach 2 Jahren geschlachtet, um eine noch bessere Fleischqualität zu garantieren. Das Fleisch ist traditionell und nicht mit dem Rindfleisch aus dem Supermarkt zu vergleichen. Es ist meist dunkler, zarter und nach Ansicht einiger Gourmets auch ein wenig süßlicher als handelsübliches Rindfleisch.

Übrigens:

neben der köstlichen Wurst und zahlreichen anderen Fleisch-Spezialitäten, verkaufen wir auch lebende Dexter-Rinder.

NEU! Wir verkaufen Ihnen auch selbst hergestellte Dexter-Seife
in unserem Hofladen!







 
  Letzte Änderungen:
02.03.2017 - 09:27 Uhr